Tolle Rezension für meine aktuelle Scheibe

aus: http://www.dreamoutloudmagazin.de – März 2015

Tom Rankenburg ist einen weiten und anstrengenden Weg gegangen um seine Musik unter die Leute zu bringen. Jetzt liegt mit „Awake“ sein erstes Album vor. Die Songs dazu entstanden aber schon zwischen 2010 und 2012. Eine Band fehlte ihm und so hat er gleich alles selbst eingespielt. Die Platte erscheint nun auch noch im Eigenvertrieb. Warum sich keiner der Großen um den Mann bemüht, bleibt wohl eines der ungelösten Geheimnisse des Musikgeschäfts. An guten Kritiken – gerade was seine Live-Auftritte betrifft – mangelt es jedenfalls nicht. DIY wird bei Tom Rankenburg jedenfalls ganz groß geschrieben und so passt es ins Bild, dass er seine jetzige Band aufgrund eines Facebook-Postings fand. Die schöne neue Welt ist manchmal doch nicht so verkehrt, denn sonst würde man vielleicht nicht in den Genuss von „Awake“ kommen.

 

Mit diesen zwölf Songs hebt Tom Rankenburg sicher kein neues Genre aus der Taufe. Genaugenommen macht er hier nichts, was es nicht schon mal gegeben hat. Handgemachte Popmusik mit einer besonderen Note – nicht mehr, aber eben auch nicht weniger. Dabei bedient er sich dann auch schon mal ungewöhnlicher Rhythmen und Takte. Gerne auch mal 7/8 oder 5/4. Es darf auch mal ein Cello oder eine Hammond-Orgel sein.

 

Auch textlich geht Tom Rankenburg eher einen ungewöhnlichen Weg. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren mit existenziellen Fragen, man könnte auch von der Sinnsuche sprechen. Davon werden ja eine Menge Menschen um- und angetrieben, allerdings ohne es zu wissen. Rankenburg bemühte dazu die Quantenphysik, bediente sich bei der Philosophie oder bei den Yoga-Meistern. Was sich esoterisch liest, ist es aber nicht und „Awake“ funktioniert auch ohne dieses Hintergrundwissen. Rankenburg hat eine angenehme Stimme und seine Songs einen ebenso schönen Flow. Das geht alles gut in die Ohren und groovt auch wunderbar. Im Falle von „Carry Me On“ denkt man sogar ein bisschen an Reggae.

 

Dabei fängt die Platte so verträumt und melancholisch mit „Everywhere“ an. Der Gesang schwingt sich auch mal in höhere Sphären auf, die Musik dazu: straighter Pop. Ein Händchen für Melodien hat der Mann. „Snowflakes“ wartet mit einem feinen Solo auf wie es wohl nur Mark Knopfler spielen würde. Das Stück ist sogar einigermaßen vertrackt und doch wird es von einer Leichtigkeit getragen, die selbigem sämtliche Schwere nimmt. „Awake“ ist meist ein Zuhöreralbum. „Time Will Alter“ und „Don´t“ schleppen sich auch eher gemächlich und in ruhigem Fahrwasser dahin. Belanglos ist das aber nie, sondern immer mit einer Nachhaltigkeit versehen, die an die großen Liedermacher erinnert. Es gibt aber auch Songs, die mit einem tollen Bassmotive und sehr viel Groove aufwarten. „Cover My Way“ beispielsweise.

 

Die Songs werden zudem ganz wundervoll aufgebaut. Man höre sich nur das famose „After The Rain“ an. „Forever“ erinnert gar an eine Jazz-Nummer im Pop/Rockgewand. Dem eigentlich schönen „Disguised“ fehlt zwar eine besondere Note und so verläuft das Stück über vier Minuten dann auch etwas spannungsarm, aber mit „Greensleeves“ wird ja ein glanzvoller Schlusspunkt gesetzt – und den kennt jeder.

 

Fazit: Tom Rankenburg hat mit „Awake“ in Eigenregie ein wunderbares Album auf den Säulen des Pop mit handgemachten Mitteln aufgenommen. Die gute, alte Tradition der Geschichtenerzähler und Liedermacher lebt hier wieder auf und da scheut Rankenburg auch keine Wege abseits der viel befahrenen Musikstraße. Bleibt zu hoffen, dass auch genug Menschen Notiz davon nehmen!

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